Baldwins Schuss am Filmset Jury spricht «Rust»-Waffenmeisterin der fahrlässigen Tötung schuldig

dpa

7.3.2024 - 06:17

«Rust»-Dreh wird nach Todes-Schuss auf Kamerafrau fortgesetzt

«Rust»-Dreh wird nach Todes-Schuss auf Kamerafrau fortgesetzt

Anderthalb Jahre nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau bei Dreharbeiten für den US-Western «Rust» soll die Arbeit an dem Film in dieser Woche wieder aufgenommen werden. Dabei werden offenbar besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

19.04.2023

2021 kam eine Kamerafrau beim Dreh des Westerns «Rust» ums Leben. Jetzt hat eine Jury die Waffenmeisterin der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Ein schlechtes Zeichen für Alec Baldwin?

7.3.2024 - 06:17

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Im Prozess um den tödlichen Schuss von Hollywood-Star Alec Baldwin am Set des Westernfilms «Rust» haben Geschworene die Waffenmeisterin wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen.
  • Kurz nach Bekanntgabe des Urteils ordnete der Richter am Mittwoch (Ortszeit) an, die 26-jährige Angeklagte Hannah Gutierrez-Reed in Gewahrsam zu nehmen.
  • Ihr Anwalt kündigte an, dass seine Mandantin in Berufung gehen werde.
  • Ihr drohen bis zu 18 Monate Haft und eine Geldstrafe von 5000 Dollar.

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod einer Kamerafrau durch einen Schuss am Filmset des Westerns «Rust» mit Alec Baldwin hat eine Jury die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der Manipulation von Beweismaterial sprachen die zwölf Geschworenen die 26-Jährige am Mittwoch nach rund dreistündigen Beratungen an einem Gericht in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico dagegen frei. Die Urteilsverkündung wurde live im Internet übertragen.

Das Strafmass soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Gutierrez-Reed drohen bis zu 18 Monate Gefängnis. Sie wirkte bei der Urteilsverkündung weitgehend ausdruckslos und wurde danach direkt in Gewahrsam gebracht, wo sie dem Gericht zufolge bis zur Strafmassverkündung bleiben soll. Ihr Anwaltsteam kündigte an, in Revision gehen zu wollen.

Die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed im Gerichtssaal in Santa Fe. (6. März 2024)
Die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed im Gerichtssaal in Santa Fe. (6. März 2024)
Bild: Keystone/Santa Fe New Mexican via AP/Luis Sánchez Saturno

Es handelt sich um den ersten Jury-Strafprozess im Zusammenhang mit dem Vorfall am «Rust»-Filmset, bei dem im Oktober 2021 auf der Bonanza Creek Ranch die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt worden war. Regisseur Joel Souza wurde von derselben Kugel an der Schulter getroffen, als sich der Schuss aus einer Requisitenwaffe löste, die von Hauptdarsteller Alec Baldwin bedient wurde. Sowohl Regisseur Souza als auch Regieassistent David Halls, der sich im vergangenen Jahr der fahrlässigen Handhabung einer Waffe schuldig bekannt und eine Bewährungsstrafe erhalten hatte, hatten in dem Prozess ausgesagt.

Juli: Prozess gegen Baldwin

Gutierrez-Reed war bei dem Dreh für Waffen und Sicherheit zuständig. Sie hatte den Revolver geladen, der dann Baldwin gereicht wurde. Ein Prozess gegen den 65 Jahre alten Baldwin wegen fahrlässiger Tötung ist für Juli geplant. Beide hatten die Schuld an dem Vorfall wiederholt von sich gewiesen.

Auch nach dem Prozess und nach langen Ermittlungen sind weiter viele Fragen offen – etwa, wie die scharfe Munition ans Set und in den Colt gelangte. Schon kurz nach dem Vorfall waren Vorwürfe und Mutmassungen lautgeworden. Mitarbeiter der Filmcrew beklagten Nachlässigkeit und mangelnde Sicherheit am Set, die unerfahrene Waffenmeisterin sei überfordert gewesen und habe bei der Arbeit Alkohol und Drogen konsumiert. Die Anwälte von Gutierrez-Reed wiesen das als «Rufschädigung» zurück. Die Staatsanwaltschaft sei auf der Suche nach einem «Sündenbock».

dpa